Unter Anna White November 11, 2015

Wie Ihr Schottenstoff gewebt wird

Eine Gruppe von Bloggern besuchte uns in der Weberei. Sie fanden es spannend, zu erfahren, wie unsere Schottenstoffe gewebt werden. Da die Mehrheit unserer Kundschaft leider zu weit weg wohnt, um selbst einmal in der Weberei vorbeizuschauen, werden wir versuchen Ihnen den Prozess hier etwas näher zu bringen. Falls während dem Lesen Fragen aufkommen, zögern Sie bitte nicht und schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir beantworten Ihnen gerne Ihre Fragen!

Bevor mit dem eigentlichen Weben begonnen werden kann, brauchen es Garn. Die Schafswolle, die dafür verwendet wird, wird in spezialisierten Spinnereien zu Garn gesponnen. Um die farbenfrohen Schottenmuster zu kreieren, muss das Garn natürlich auch bunt sein. Deshalb wird das Garn als nächstes eingefärbt. Manche Farbtöne sind sich extrem ähnlich und können von Laien kaum auseinander gehalten werden. Trotzdem können diese kleinen Farbunterschiede das Aussehen eines Stoffes komplett verändern. Es kann also vorkommen, dass die Produktion eines Stoffes verzögert wird, weil beim Färben etwas schief gelaufen ist. Der Färbeprozess in unterschiedlichen Fabriken kann leicht voneinander abweichen, was minimale Farbunterschiede mit sich bringen kann. Von daher ist es wichtig, dass Sie ein Stoffmusterstück bestellen, wenn Sie einen neuen Stoff mit etwas abstimmen wollen, was Sie schon besitzen. Auch wenn die Schottenmuster den gleichen Namen haben! Wir können Ihnen auf Anfrage auch Stoff aus anderen Webereien bestellen, wenn Sie einen Schottenstoff aus einer spezifischen Weberei im Kopf haben.

Zur Weiterverarbeitung in der Weberei, muss das Garn zunächst aufgewickelt werden. Die Garnspulen sind ähnlich wie jene, die man für normale Nähmaschinen benutzt, nur etwas grösser. In der Weberei werden die Spulen auf einem Gestell platziert und von dort aus vorsichtig auf die Schärtrommel aufgewickelt, um eine gewisse Spannung des Garns zu erhalten. Die Fäden die jetzt mit Spannung auf der Schärtrommel aufgewickelt sind, sind die Kettfäden des Stoffes. Früher wurde die länge der Kettfäden in Ellen gemessen. Per Definition war eine Elle der Abstand zwischen dem Ellenbogen und der Spitze des Mittelfingers. Da dieser Abstand nicht bei jedem gleich ist, war diese Mass sehr unzuverlässig! Es gab gewisse Standardlängen, aber die variierten von Land zu Land. Die Schottische Elle betrug 94 cm, die Französische "aune" betrug 137.2 cm und die Deutsche Elle war 57.9 cm lang. In England galt die Elle normalerweise als 45 Zoll oder eineinviertel Yard. Abgesehen von der Stoffherstellung wurde die Elle auch von Schneidern als Mass benutzt.

Jetzt wird es etwas kompliziert. Die Kettfäden müssen ganz genau arrangiert sein, da ihre Reihenfolge einen Teil des Schottenmusters bestimmt. Bevor das Weben beginnen kann, müssen die Kettfäden von der Schärtrommel ab- und auf den Kettbaum wieder aufgewickelt werden. Die Kettfäden werden dann durch die Maschine vom Kettbaum zum Warenbaum gespannt, auf den während dem Weben langsam der fertige Stoff aufgerollt wird. Nun kann das Weben beginnen. Zwei Schäfte bewegen die nebeneinander liegenden Kettfäden abwechselnd hoch und runter, damit das Schiffchen mit dem Schussfaden hindurchschiessen kann. So entsteht langsam das Muster des Schottenstoffes. Im Prinzip funktioniert alles sehr ähnlich wie bei einem Webrahmen für Kinder, nur viel schneller und im grösseren Ausmass.

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Wenn Sie früher einen Webrahmen hatten, können Sie sich ja vorstellen, wie langwierig es wäre, das alles per Hand zu weben. Es gibt heutzutage noch einige traditionelle Schaftmaschinen, die in Gebrauch sind. Das College of Textiles in Galashiels hat eine fantastische Kollektion an alten Webstühlen und Webmaschinen, die genutzt werden, um Studenten beizubringen, wie sie ihre eigenen Stoffe weben können.

Beim Weben schnellt das Schiffchen mit dem Schussfaden in einem unglaublichen Tempo vor und zurück und macht dabei ziemlich viel Lärm. Der Lärm gehört zu der speziellen Atmosphäre der Weberei und dient als Warnung, wie schnell etwas schief gehen könnte, wenn nicht alles richtig eingestellt und aufgespannt ist oder falls ein Faden reisst.

Jeder Stoff wird von Auge und von Hand genaustens auf Fehler und Mängel überprüft und wenn welche gefunden werden, wird der Stoff mit viel Mühe von flinken Händen repariert. Dieser Teil der Herstellung ist zwar mühsam, aber er garantiert, dass Ihr Schottenstoff makellos ist!

Zuletzt wird der gewebte Stoff veredelt. Bei den Textilveredlern wird er gewaschen, getrocknet und je nach Bestellung speziell behandelt, etwa mit eine Teflon-Schicht oder durch vorsichtiges Bürsten. Dann ist der Schottenstoff endlich fertig! Wir hoffen, diese kurze Erklärung war aufschlussreich und hat Ihnen gefallen! Hier finden Sie all unsere Schottenstoffe und unseren Leitfaden zur Auswahl von Schottenstoffen. Lassen Sie es uns wissen, falls Sie Fragen haben!